Die Malerei von Frank Reich bewegt sich im Spannungsfeld zwischen deutscher neoexpressionistischer Tradition und der gestischen Freiheit des Abstrakten Expressionismus. Seine Arbeiten greifen historische Impulse expressiver Malerei auf, entwickeln daraus jedoch eine eigenständige Bildsprache, die auf der Verbindung von Zeichnung, Linie und farblicher Überlagerung beruht.
Im Zentrum steht der Prozess des Bildaufbaus. Zeichnerische Elemente treffen auf dynamische Farbflächen, transparente Schichten stehen neben verdichteten Partien. Die Bilder entstehen aus einem Wechselspiel zwischen spontaner Geste und bewusster Komposition. Dabei bleiben die Spuren des Arbeitsprozesses sichtbar: Korrekturen, Überlagerungen und rhythmische Setzungen werden zu Bestandteilen der endgültigen Bildstruktur.
Frank Reich untersucht die Möglichkeiten einer zeitgenössischen expressiven Malerei, in der emotionale Intensität und formale Konstruktion miteinander verbunden sind. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Andeutung, zwischen unmittelbarer Bewegung und konzentrierter Bildordnung.
Die Malerei versteht sich nicht als Rückgriff auf vergangene Stilformen, sondern als Fortführung einer Haltung: Das Bild entsteht aus der Auseinandersetzung mit Farbe, Material und der physischen Handlung des Malens.